Verpackter Weihrauch (Boswellia papyrifera) von Incensera im Regal neben Gläsern mit Lavendel und Salbei

Weihrauchharz richtig lagern: So bleibt der Duft über den Winter frisch

Gerade jetzt legen sich viele einen größeren Vorrat an Weihrauch oder Myrrhe für den Winter an - sei es durch ein Set, das man sich selbst gekauft hat, oder weil man eines geschenkt bekommen hat. Wie lange dieser Vorrat wirklich gut bleibt, hängt aber stark davon ab, wie er gelagert wird.

Harz verdirbt nicht im klassischen Sinne wie ein Lebensmittel, verliert aber bei falscher Lagerung deutlich an Duftintensität. Wir gehen deshalb einmal durch, worauf es dabei ankommt.

Warum Lagerung überhaupt eine Rolle spielt

Der charakteristische Duft von Weihrauch oder Myrrhe stammt von ätherischen Ölen im Harz. Diese Öle verflüchtigen sich mit der Zeit ganz natürlich - bei guter Lagerung nur sehr langsam, bei ungünstigen Bedingungen dagegen deutlich schneller. Ein Harz, das schon nach wenigen Monaten kaum noch riecht, wurde meist nicht optimal aufbewahrt.

Wärme, Licht und Feuchtigkeit: die drei größten Risiken

Wärme beschleunigt das Verflüchtigen der ätherischen Öle, weshalb ein Platz direkt neben der Heizung oder in der prallen Sonne ungünstig ist. Direktes Sonnenlicht verändert außerdem die Struktur und teilweise auch die Farbe des Harzes. Feuchtigkeit wiederum lässt Harz klebrig werden oder verklumpen, was die Handhabung erschwert und ebenfalls den Duft beeinträchtigt. Ein kühler, trockener und dunkler Ort ist deshalb in allen drei Punkten die bessere Wahl als das offene Regal im Wohnzimmer.

Das richtige Behältnis für Harz

Am besten eignet sich ein gut verschließbares, lichtundurchlässiges Gefäß - etwa eine kleine Dose oder ein dunkles Glas mit Deckel. Die durchsichtige Tüte, in der das Harz oft geliefert wird, ist für die ersten Wochen in Ordnung, für die dauerhafte Aufbewahrung aber nicht ideal, weil sie weder vor Licht noch besonders gut vor Luftfeuchtigkeit schützt.

Wie lange sich Weihrauch und Myrrhe halten

Bei guter Lagerung bleibt Weihrauch und Myrrhe erfahrungsgemäß mehrere Jahre nutzbar, auch wenn die Intensität mit der Zeit langsam nachlässt. Es gibt also keinen Grund zur Sorge, wenn ein größerer Vorrat nicht innerhalb eines einzigen Winters verbraucht wird - solange die Lagerbedingungen passen, hält er locker bis zur nächsten Saison durch.

Anzeichen, dass Harz gelitten hat

Ein einfacher Test: Reibe ein kleines Stück Harz zwischen den Fingern. Entsteht dabei kaum noch Eigengeruch, hat das Harz schon einiges an Intensität verloren - räuchern lässt es sich trotzdem noch, nur eben mit einem schwächeren Ergebnis. Wird das Harz dagegen sehr brüchig oder umgekehrt komplett klebrig und weich, war die Lagerung eher zu trocken beziehungsweise zu feucht.

Lagerung bei einem größeren Set-Vorrat

Wer sich gerade eines unserer Weihrauch-Sets als Geschenk zugelegt oder geschenkt bekommen hat, hat oft gleich mehrere Harzsorten auf einmal im Haus. Am einfachsten ist es, jede Sorte in einem eigenen kleinen Gefäß zu lagern, statt alles zusammen in einer großen Dose zu vermischen - so bleiben die einzelnen Düfte klar voneinander unterscheidbar und lassen sich gezielt einzeln verwenden.

Kleine Mengen und Proben richtig aufbewahren

Auch kleinere Restmengen oder Proben verdienen ein eigenes verschließbares Döschen statt eines losen Zettels oder einer offenen Schale. Eine kurze Beschriftung mit Sorte und ungefährem Kaufdatum hilft dabei, auch nach längerer Zeit noch den Überblick zu behalten, welches Harz woher stammt und wie alt es ungefähr ist.

Weihrauch und Myrrhe: unterschiedliches Verhalten bei der Lagerung

Weihrauch und Myrrhe reagieren nicht ganz gleich auf falsche Lagerbedingungen. Weihrauch trocknet bei zu viel Wärme eher aus und wird dabei brüchiger, während Myrrhe durch ihren höheren Anteil an klebrigen Bestandteilen bei Wärme schneller weich und klebrig wird. Bei Myrrhe lohnt sich deshalb ein noch etwas kühlerer Lagerplatz als bei Weihrauch, wenn beide Sorten nebeneinander im selben Regal stehen. Wer beide Harze im Haus hat, sollte außerdem nicht automatisch vom Zustand des einen auf das andere schließen, nur weil eine der beiden Sorten noch frisch aussieht oder riecht - je nach Lagerort können sich beide unterschiedlich schnell verändern. Wer die beiden Harze sogar gerne miteinander kombiniert, findet in unserem Artikel zum Mischen von Weihrauch und Myrrhe passende Mengenverhältnisse für den Einstieg, inklusive Hinweisen, wie sich eine fertige Mischung anschließend am besten aufbewahren lässt.

Zusätzlicher Feuchtigkeitsschutz in besonders feuchten Räumen

In Wohnungen mit tendenziell höherer Luftfeuchtigkeit, etwa in Kellerräumen, Bädern in der Nähe oder direkt nach dem Lüften im Winter, kann ein kleiner zusätzlicher Feuchtigkeitsschutz im Aufbewahrungsgefäß helfen. Ein einzelnes Silikagel-Beutelchen, wie es oft ohnehin in Verpackungen mitgeliefert wird, reicht meist schon aus, um die Luft im Gefäß etwas trockener zu halten, ohne dass extra etwas dafür gekauft werden muss. Wichtig ist dabei nur, das Beutelchen nicht direkt auf das Harz zu legen, sondern etwas getrennt im selben Gefäß zu platzieren, damit es die Feuchtigkeit aus der Luft und nicht aus dem Harz selbst zieht. Wer öfter zwischen mehreren Räumen wechselt, etwa weil im Winter mal im Wohnzimmer, mal im Schlafzimmer geräuchert wird, sollte das Harz trotzdem an einem festen Ort lagern und nur die benötigte Menge für den jeweiligen Abend mitnehmen.

Falls du noch unsicher bist, welches Harz grundsätzlich zu dir passt, findest du in unserem großen Räucherharz-Guide für Einsteiger eine ausführlichere Einordnung. Ganz ähnlich sind wir übrigens auch beim Thema Räucherstäbchen vorgegangen - wie du die am besten über den Winter aufbewahrst, haben wir in einem eigenen Artikel zusammengefasst.

Am Ende ist die richtige Lagerung keine komplizierte Wissenschaft - ein kühler, trockener, dunkler Ort und ein gut schließendes Gefäß reichen meistens schon aus, damit dein Vorrat bis zum nächsten Winter genauso gut riecht wie am ersten Tag.

Zurück zum Blog

Hinterlasse einen Kommentar